Auch in diesem Jahr fand in Bruchsal der traditionelle Martinsumzug statt. Seit vielen Jahren wird dieser Laternenumzug vom Heimat- und Kulturverein Bruchsal in Zusammenarbeit mit Andrea Ihle organisiert.
Kurz vor 17 Uhr strömten Kinder mit ihren leuchtenden Laternen, begleitet von Eltern und Großeltern, aus allen Ecken der Stadt zum festlich geschmückten Marktplatz. Feuertöpfe und Fackeln sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Thomas Adam, der Leiter des Kulturamts Bruchsal, begrüßte die rund 1000 Anwesenden. Andrea Ihle erklärte den Ablauf des Abends und leitete den Laternenzug durch die Innenstadt ein, der von Sankt Martin hoch zu Ross angeführt wurde. Die singenden Kinder und ihre Begleiter kehrten anschließend zum Marktplatz zurück, wo eine Theateraufführung die Martinsgeschichte lebendig werden ließ.
Im Anschluss hielt Udo Schmitt vom BASIS.lager Karldorf-Neuthard e.V. eine Andacht. Er thematisierte das Problem der Armut, das bereits zur Zeit von Martin eine Rolle spielte und auch heute noch allgegenwärtig ist. Schmitt wies darauf hin, dass Armut nicht nur in sogenannten „Dritte-Welt-Ländern“ existiert, sondern auch hier in Bruchsal.
„Mitte des Jahres wurde das Projekt ‚StraßenPflaster‘ ins Leben gerufen“, erklärte Schmitt. Dabei gehen Sozialarbeiter und Pflegekräfte hinaus auf die Straßen und in Obdachlosenheime, um den Bedürftigen zu helfen. Doch, so Schmitt, sei dieses Engagement nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Er erinnerte an die Begegnung von Martin mit einem armen Bettler, mit dem er seinen Mantel teilte. In der darauffolgenden Nacht erschien ihm Jesus im Traum und sagte: „Was du für diesen armen Bettler getan hast, das hast du für mich getan.“ Schmitt fragte, ob es heute vielleicht an einem mangelnden Bewusstsein für diese Botschaft liege, dass Armut oft unbeachtet bleibt. „Vielleicht vergessen wir, dass wir das, was wir für die Armen tun, auch für Jesus tun“, sagte er.
Zum Abschluss seiner Andacht wünschte Udo Schmitt den Anwesenden eine ebenso tiefgreifende Begegnung mit Jesus, wie sie Martin damals erfahren hatte. Er lud ein, gemeinsam das Vaterunser zu beten. Das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ rundete den feierlichen Abend ab.
Nach der Andacht wurden 400 Brezeln an die Kinder verteilt. Viele der kleinen und großen Gäste verweilten noch bei Punsch und Glühwein, um den stimmungsvollen Abend ausklingen zu lassen.

